Posthum Vater werden: Künstliche Befruchtung nach Tod des Mannes

Testament mit letztn Wunsch

Ist es ethisch vertretbar, wenn verstorbene Männer posthum Vater werden? Diese Frage beschäftigte weltweit Gerichte, denn die künstliche Befruchtung macht es möglich. Doch die Rechtsprechung ist in den Ländern alles andere als einheitlich. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist für die Richter der Wille des Verstorbenen.

In Deutschland kämpfe in den letzten Jahren eine Witwe vor Gericht erfolgreich um ihr Recht, ein Kind von ihrem verstorbenen Mann bekommen zu dürfen. Das Paar hatte noch zu Lebseiten des Mannes erfolglos versucht, ein Baby zu bekommen und sich zuletzt für eine künstliche Befruchtung in einem deutschen Kinderwunschzentrum entschieden. Der Versuch misslang, doch  überzählige befruchtete Eizellen wurden in der Klinik für einen späteren Versuch eingelagert. Wenig später verstarb der Mann in Folge eines Verkehrsunfalls. Aber die Witwe wollte den gemeinsamen Wunsch nicht fallen lassen. Die Frau kämpfte sich durch die gerichtlichen Instanzen und bekam letztendlich das Recht zugesprochen, sich die Eizellen einpflanzen zu lassen. Aber alle Anstrenungen sollten vergeblich sein. Aus keiner dieser Eizellen entstand ein Kind.

Um einiges liberaler sehen es die Gerichte in Isreal. Dort hat eine alleinstehende Frau nun ihr Wunschkind bekommen und das ganze sechs Jahre nach dem Tod des Vaters. Der unverheiratete Mann hatte vor seinem Ableben immer davon geträumt, Nachwuchs zu bekommen. Eine Krebserkrankung war die Ursache, dass der Traum nicht mehr in Erfüllung gehen sollte. Doch noch vor Beginn der Chemotherapie ließ er seine Spermien einfrieren. Seine Eltern erfüllten ihm nun posthum den Kinderwunsch. Sie wollten die gefrorenen Samenzellen an eine Frau mit Kinderwunsch weitergeben. Ein Gericht glaubte den Eltern diese Darstellung, obwohl kein schriftliches Testament über diesen Wunsch Auskunft geben konnte. Die künstliche Befruchtung glückte und eine Tochter erblickte das Licht der Welt.

Foto: © stormpic / aboutpixel.de

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